EUS (Endosonographie; englisch: endoscopic ultrasound) ermöglicht die Beurteilung des Pankreasparenchyms, des Gangsystems, der distalen extrahepatischen Gallenwege, der Papillenregion und regionaler Lymphknoten aus transgastralen beziehungsweise transduodenalen Schallfenstern. MRT (Magnetresonanztomographie), MRCP (Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie) und CT (Computertomographie) bleiben komplementäre Verfahren; die Untersuchungsreihenfolge richtet sich nach der diagnostischen und therapeutischen Fragestellung.
Untersuchungsauftrag und Befunddokumentation
Vor der Untersuchung sind Voraufnahmen, klinischer Verlauf und die Konsequenz eines möglichen Befunds zu klären. Bei einer fokalen Läsion sollten Lokalisation, Ausdehnung, Echostruktur, zystische oder solide Anteile, Gangrelation und relevante Gefäßbeziehungen dokumentiert werden. Eine Gangdilatation ist auf Ursache und Lokalisation einer möglichen Obstruktion zu beziehen. Die Untersuchung nur eines auffälligen Ausschnitts genügt für die vollständige Organbeurteilung nicht.
Die Dopplersonographie unterstützt die Identifikation interponierter Gefäße und die Planung eines sicheren Punktionswegs. Kontrastmittelverstärkte Verfahren können in ausgewählten Situationen die Charakterisierung vaskularisierter Anteile unterstützen. Ein charakteristisches Kontrastverhalten oder Elastographiemuster ist jedoch für sich genommen kein histologischer Malignitätsnachweis.
Typische Entscheidungssituationen
Zu den Fragestellungen zählen die weitere Abklärung unklarer fokaler Pankreasläsionen, die differenzierte Zystenbeurteilung, die Suche nach einer Ursache ungeklärter Gangveränderungen und die Abklärung eines fortbestehenden Verdachts auf Choledocholithiasis. Der zusätzliche Erkenntnisgewinn muss gegen Sedierung, Eingriffsrisiko und die Aussagekraft bereits vorhandener Bildgebung abgewogen werden.
Grenzen der Aussagekraft
Chronisch entzündliche Veränderungen, Narben, interponiertes Gas, Stents und postoperative Anatomie können die Darstellung oder Interpretation erschweren. Ein unauffälliger Befund beendet bei persistierendem klinischem oder bildmorphologischem Verdacht nicht zwangsläufig die Abklärung. Je nach Konstellation sind eine erneute Untersuchung, ergänzende Schnittbildgebung oder eine gezielte Gewebeakquisition zu erwägen.
Die lokale endosonographische Beurteilung ersetzt keine systematische Ausbreitungsdiagnostik bei vermuteter Neoplasie. Befund und Empfehlung sollten den diagnostischen Sicherheitsgrad sowie die Grenzen der Untersuchung ausdrücklich benennen.
