Manchmal lässt sich der Gallengang über seine natürliche Öffnung nicht erreichen oder ausreichend entlasten. In ausgewählten Situationen kann dann mit endoskopischem Ultraschall ein zusätzlicher Abflussweg geschaffen werden. Die Planung hängt davon ab, wo der Abfluss behindert ist und wie die Organe zueinander liegen.
Wie entsteht die Verbindung?
Unter Ultraschallsicht wird eine Verbindung zwischen dem Gallengang und dem Magen oder Zwölffingerdarm angelegt. Ein Stent hält diese Verbindung offen, sodass die Galle wieder in den Verdauungstrakt abfließen kann. Die Abbildung zeigt als Beispiel die Verbindung zwischen Gallengang und Zwölffingerdarm.
Welche Alternativen werden abgewogen?
Je nach Befund kommen ein erneuter endoskopischer Versuch, eine Ableitung durch die Haut oder ein anderes Verfahren infrage. Die Wahl erfolgt anhand der Erkrankung, der Dringlichkeit und Ihrer persönlichen Situation. Die ultraschallgesteuerte Drainage ist ein spezialisiertes Verfahren mit eigenen Risiken, darunter Blutung, Austritt von Galle und eine Fehlfunktion des Stents.
Vor der Behandlung sollten das Ziel, mögliche Alternativen und der Umgang mit einem nicht erfolgreichen Versuch erklärt werden. Nach dem Eingriff benötigt auch dieser Stent einen abgestimmten weiteren Behandlungs- und Kontrollplan.
Quellen und weiterführende Informationen
- Van der Merwe et al. Therapeutic endoscopic ultrasound: European Society of Gastrointestinal Endoscopy Guideline. Endoscopy, 2022. ↗
- Pawa et al. American Society for Gastrointestinal Endoscopy guideline on the role of therapeutic EUS in the management of biliary tract disorders: summary and recommendations. Gastrointestinal Endoscopy, 2024. ↗
- Lemmers et al. Biliary stricture management: European Society of Gastrointestinal Endoscopy Guideline. Endoscopy, online 3. September 2026. ↗
