Bei einer Cholangioskopie wird ein besonders dünnes Endoskop durch das größere Untersuchungsgerät in den Gallengang eingeführt. Die Ärztin oder der Arzt kann so die Innenseite des Gangs direkt betrachten. Der Zugang erfolgt über die natürliche Öffnung im Zwölffingerdarm.
Filmseite: Cholangioskopie und Steinzertrümmerung und Transkript
Wann ist das hilfreich?
Eine unklare Engstelle kann gezielter untersucht werden. Bei Bedarf lassen sich kleine Proben aus einem auffälligen Bereich entnehmen. Die Betrachtung allein beweist jedoch nicht sicher, ob eine Veränderung gutartig oder bösartig ist. Dafür werden die Proben und die übrigen Befunde hinzugezogen.
Wie werden größere Steine behandelt?
Wenn sich ein Stein mit den üblichen Instrumenten nicht entfernen lässt, kann er im Gallengang unter direkter Sicht zerkleinert werden. Bei der elektrohydraulischen Lithotripsie erzeugt eine kleine Sonde Impulse in Flüssigkeit. Dadurch kann der Stein in kleinere Stücke zerbrechen, die anschließend entfernt werden. Eine weitere Möglichkeit ist eine Laserbehandlung.
Nicht jede Behandlung kann in einer Sitzung abgeschlossen werden. Manchmal wird zunächst ein Stent eingesetzt und ein weiterer Termin geplant. Zum Eingriff gehören die Risiken der zugrunde liegenden ERCP. Zusätzlich müssen unter anderem Spülung, Infektionsvorbeugung und ausreichender Galleabfluss berücksichtigt werden.
Quellen und weiterführende Informationen
- European Society of Gastrointestinal Endoscopy. Quality standards and curriculum for training in cholangiopancreatoscopy: Position Statement, 2025. ↗
- Manes et al. Endoscopic management of common bile duct stones: European Society of Gastrointestinal Endoscopy guideline. Endoscopy, 2019. ↗
- Facciorusso et al. Diagnostic work-up of bile duct strictures: European Society of Gastrointestinal Endoscopy Guideline. Endoscopy, 2025; online Dezember 2024. ↗
